Energie*Landschaft*Lausitz

Energie*Landschaft*Lausitz Workshop

27.03.2026

Mit dem erklärten Ziel die Lausitz zum „Net Zero Valley Lausitz“ zu entwickeln, geht auch der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region einher. Somit besteht zunehmend die Notwendigkeit für die Entwicklung von Konzepten für eine multifunktionale Landnutzung unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Integration der Energieversorgung in die Landschaft. Diesem Thema widmet sich auch Land-Innovation-Lausitz: denn die Lausitz setzt zukünftig weiterhin auf ihre Kompetenzen als Energieregion.

Mit dem weiteren Ausbau stellt sich die Frage: Wie können sich die Energiesysteme Wind, Photovoltaik und Biogas so ergänzen, dass die regionale Energieversorgung gesichert und die regionalen Wertschöpfungsketten nachhaltig gestaltet sind? Wie kann die Integration der Energieerzeugung in diese neue Kulturlandschaft langfristig gelingen? Da die bisherigen Landnutzungskonzepte den Zusammenhang zwischen Erneuerbaren Energien, Landnutzungen und Entwicklung der Kulturlandschaft vernachlässigen, bedarf es hier innovativer Ansätze, die auf die Region abgestimmt sind.

Bei strahlendem Frühlingswetter kamen am Montag, den 23. März 2026, Fachleute aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft zu einem Workshop in den Kavaliershäusern der Stadt Drebkau / Drjowk zusammen, um die Perspektiven dieser neuen Kulturlandschaft aufzuzeigen und zu diskutieren. Hieraus soll ein neues Reallabor Energie*Landschaft*Lausitz für die Region entwickelt werden. Nach den Grußworten des Gastgebers Paul Köhne, Bürgermeister von Drebkau / Drjowk, und von Prof. Michael Schmidt als LIL-Sprecher von der BTU Cottbus-Senftenberg wurden in mehreren Impulsvorträgen breitgefächerte Aspekte der Integration der Energie vorgestellt.

Die Themen reichten von neuen Biomasse-Nutzungskonzepten und der Bedeutung der Kreislaufwirtschaft, über Beispiele für eine innovative Einbindung von Agri-PV-Systemen in die Landnutzung sowie energetische Nutzungsoptionen für Gewässer bis hin zu multifunktionalen Landnutzungskonzepten. Dabei wurden auch ökologische und landschaftsästhetische Aspekte im Zusammenhang mit der Kulturlandschaft erörtert. Weiterhin wurde die Akzeptanz von Energieanlagen am Beispiel von PV-Systemen durch die Gesellschaft, die weitere Realisierung von Wertschöpfungsketten als Teil einer regionalen Bioökonomie sowie die Bildung von Bürgerenergiegenossenschaften hervorgehoben.

Im Ergebnis der engagierten Diskussion war man sich einig, dass mit der Errichtung eines Reallabors die bisherigen vereinzelten Aktivitäten zur Integration der erneuerbaren Energien in der Region gefördert würden und die beteiligten Akteure von einem Erkenntnisgewinn und -transfer in einem profitieren. So kann sich die Lausitz zu einer Modellregion für eine nachhaltige Integration der erneuerbaren Energien entwickeln und Hürden können gemeinsam überwunden werden.

Mögliche Themen eines Reallabors reichen von der Entwicklung dezentraler und integrativer Energielösungen in der Landwirtschaft und Landnutzung, sowie spezifischer kommunaler oder kleinbetrieblicher Bedarfe, aber auch konzeptioneller Lösungen für effiziente regionale Energienutzung. Dabei sollte die kommunale Zusammenarbeit in der Region gestärkt werden.

Schlussendlich waren sich die Teilnehmenden einig, dass eine weitere Zusammenarbeit wichtig und lohnenswert ist und die Lausitz ideale Voraussetzungen für ein breites Spektrum an Reallabor-Aktivitäten bietet. Somit werden die nächsten Schritte in Richtung Energie*Landschaft*Lausitz weiter vorangetrieben.

Fotos: Maik Veste | CEBra